Pferdegestützte Seminare
"Die Stärken der Pferde nutzen um die eigenen zu fördern!"

Ihre möglichen Patenpferde

              Saphir                                                                                    Itske 

Von Freundschaft und Verbundenheit unter Menschen und Pferden

Unvergessliche Momente in der Stutenherde von Black Pearl

Auch unter Pferden gibt es enge Freundschaften, die meist schon in der Jugend gelegt werden und ein Pferdeleben lang andauern. Wir versuchen nun diese Bande möglichst nicht zu trennen, da dies zu großer Trauer und auch zu ernsthaften psychischen und physischen Erkrankungen führen kann.

Es ist erstaunlich zu beobachten, wie eng Familienbande auch unter den Pferden gepflegt und gelebt werden. Wird eine Tochter oder eine Tante krank oder ist verletzt, so schützen und bewachen die Verwandten für diese Zeit dieses Herdenmitglied. Ist alles wieder in Ordnung, geht diese Fürsorge und Achtsamkeit wieder in den gewohnten Tagesablauf über.

Die Kraft der Verbindung!

Das Wunder einer lebenslangen Beziehung „Itske“

Itske und Janke waren Vollgeschwister und nur ein Jahr auseinander. Bis auf wenige Monate ihres Lebens waren sie immer zusammen. Wir haben diese wunderbaren Schwestern mit 10 und 11 Jahren in Holland bei ihrem Züchter gekauft. Seither lebten sie gemeinsam in der großen Stutenherde von Black Pearl, die zeitweise 40 Tiere umfasste.

Itske war eine sehr schreckhafte „fass-mich-nicht-an! ich-lauf-weg!“-Stute, die sich erst nach 3 Jahren geduldigen Übens überall von mir pflegen und anfassen ließ. Leider hatte sie in dieser Zeit immer wieder eine hartnäckige Bindehautentzündung bei starkem Wind und Fliegen, die nur durch mehrfache tägliche Behandlungen hätte abheilen können. Da sie sich aber nicht halten ließ, war es unmöglich ihr Auge zu tropfen. Unweigerlich wurde sie auf dem Auge blind. Nun half ihr auch Janke aus und lief immer auf der „blinden“ Seite, um ihr Sicherheit zu geben.

Beide Stuten schlossen sich enger zusammen, wenn die Fohlengeburt bevorstand und gaben sich dadurch moralischen Halt. Bei der Geburt selbst war immer die eine in der Nähe der anderen und demonstrierte damit Herdensicherheit, schickte junge neugierige Stuten weg und selbst die Leittiere durften sich nicht zu dicht heranwagen. Dieses Verhalten hielt an, bis das Neugeborene sicher bei der Mutter stand. Wenn beide im gleichen Sommer Fohlen führten, naschten diese oft bei der anderen Milchbar und die Schwestern akzeptierten dies. So taten dies auch Saphir und Pearl, die beide noch bei uns sind. Kam ein anderes vorwitziges Fohlen, wurde dieses verscheucht.

Janke starb schon mit 22 Jahren an einem Tumor. Ihr lebhafter Sohn Saphir, der als Wallach auch in der großen Stutenherde läuft, stand viele Tage in Itskes Nähe und war ebenfalls betrübt – nichts war mehr von seinem Temperament zu spüren.

Die Trauer über den Verlust der geliebten Schwester traf Itske so tief, dass sie tagelang mit hängendem Kopf alleine im Stall blieb und uns schließlich mit einer nicht kontrollierbaren untypischen Kolik überraschte (das sind Bauchschmerzen, die bis zur Darmverdrehung und damit nicht selten zum Tode führen können).

Saphir stand in diesen Tagen oft am Halleneingang und schaute in die Laufbox, wo Itske lag, ab und zu kam Pearl ebenfalls vorbei und starrte ihre Mutter beunruhigt an.

Itske konnte schließlich durch kein Medikament und keine Aufforderung mehr zum Aufstehen gebracht werden. Sie fraß nicht, sie trank nicht; ihre Augen waren glanzlos und ohne Feuer, sie schien in ihrer Trauer keinen inneren Impuls mehr zu haben weiterzuleben. Offensichtlich war Itske des Lebens müde geworden.

Einmal saß ich bei ihr am Boden, kraulte sie und versprach ihr, mich immer um sie zu sorgen, erzählte ihr, wie sehr wir und die Herde sie hier brauchten und wie wichtig sie für uns ist. Itske stöhnte, schüttelte den Kopf, stand auf, schnaubte, trank einen Schluck Tee und fing an Heu zu fressen, als ob nie etwas gewesen wäre!

Dieses für die betagte Stute so schmerzliche Erlebnis und den Verlust ihrer wichtigsten Lebensgefährtin hat sie in ihrer Krankheit abgearbeitet, und unser Wunsch, sie noch eine Weile bei uns behalten zu dürfen, hat ihren Lebenswillen wieder entfacht.

Ja, manchmal schaffen wir es, Pferdeherzen zu bewegen,
wieder Hoffnung zu fassen
– sie bewegen wiederum unsere Herzen um unseretwillen !!!!

Ein paar Tage später schloss sich unsere älteste und weiseste Stute der kleinen untergeordneten Herde ihres Neffen Saphir an. Seitdem ist Itske seine wichtigste Stute. Beide spüren, wenn es dem anderen schlecht geht, und begleiten sich – unabhängig vom Rest der Herde – in den Stall oder zum Wasser, bleiben nachts dicht beieinander stehen und der eine legt sich nur, wenn der andere steht und wacht. Beide sind sie wieder glücklich in und mit ihrer Familie!

Konnten wir Sie begeistern?
Dann freuen sich alle 2- und 4-Beiner von Black Pearl über Ihre Patenschaft!

Hier geht es zu Itske und Saphir v. Black Pearl